

2.Italo-Endzeit-Nacht
am Freitag, den 14.12. um 23 Uhr im Kino Babylon der Pelmke
Am vierzehnten Dezember ist Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang,
wir leben nicht mehr lang…
*träller*
*träller*
Ja,ob am 14. Dezember oder am 21., wie es uns der Maya-Kalender
weismachen will oder doch erst 2013, weil das eine Unglückszahl ist,
oder 2039 weil dann die Außerirdischen vom Sirius landen oder doch
erst 2055, weil dann die Erderwärmung aufgrund der gescheiterten
Kyoto-Protokoll-Verhandlungen um satte 5 Grad gestiegen ist… ist
doch alles Wurscht! Der Weltuntergang kommt so oder so! Falls aber
die Zauberpilz-verstrahlten Azteken Recht behalten sollten und noch
in diesem Jahr die Apokalypse ausbricht, brauchen Sie sich auch keine
Sorgen mehr zu machen. Kündigen Sie sofort Ihren Job (natürlich
nicht ohne vorher Ihrem Chef so richtig die Meinung zu geigen),
überfallen Sie eine Bank, verkaufen Sie ihre Kinder in die
Sklaverei, spritzen Sie sich Heroin und verjubeln Sie Ihr Erspartes
im Puff von Barcelona. Lassen Sie die Wildsau aus dem Stall – ist
doch allet ejal! Und wenn’s doch weitergehen sollte: Tja, Pech
gehabt, Schwund gibt’s immer.
Auf alle (Ernst-)Fälle können Sie sich noch einmal so richtig mit einer
prall gefüllten Filmnacht im BALI das Hirn vollschlagen und für
Bombenstimmung im Bunker sorgen. Letztes Jahr im Oktober
präsentierten wir ihnen
italienische Weltuntergangsszenarien,
dieses Mal proben wir das internationale Armageddon.

Preisfrage: Wer kriecht grundsätzlich unter einem Trümmerberg hervor, wenn
irgendwelche Erdbeben
oder Primaten
die Welt verwüsten? Richtig:
Charlton Heston!
Und
deswegen spielt dieser, in den 70er Jahren sehr beliebte Darsteller,
auch die Hauptrolle in unserem ersten ausgewählten
Endzeit-Spektakel, das 1971 von Barry Segal inszeniert wurde und zu
einem der Klassiker des apokalyptischen Kinos zählt.
Robert Neville (Heston) ist nach einem bakteriologischen Krieg dank eines
von ihm entwickelten experimentellen Serums einer der wenigen
gesunden Überlebenden. Er steht in ständigem Kampf mit den
restlichen Überlebenden, die jedoch zu weißäugigen Monstren
mutiert sind und in religiösem Wahn Jagd auf ihn machen. Deshalb
verbarrikadiert er sich allnächtlich in seinem Haus, das er zu einer
Festung umgerüstet hat. Als andere Überlebende auftauchen, steht er
vor der Entscheidung, ob er sein Heilmittel weitergeben soll…
Der Stoff basiert auf einer Erzählung des Science Fiction-Autors Richard
Matheson („Ich bin Legende“, 1954) und wurde bereits mehrfach
verfilmt – unter anderem als LAST MAN ON EARTH (1964) mit
Gruselfilm-Ikone Vincent Price und als Quasi-Remake I AM LEGEND
(2007).
Als zweiten Film unserer apokalyptischen Nacht zeigen wir Ihnen einen
aktuellen Vertreter des Genres, der 2011 von dem Franzosen Xavier
Gens (u.a. verantwortlich für den ruppigen Backwood-Horrorthriller
FRONTIERS) als deutsch-kanadisch-amerikanische Koproduktion in Szene
gesetzt wurde.
Einige Bewohner eines Hochhauses retten sich vor dem nuklearen Bombeninferno
in den Keller, der bereits bestens für den Ernstfall ausgestattet
wurde von Hausmeister Mickey (Michael Biehn). In der monatelangen
Isolation offenbaren sich nach und nach die wahren Gesichter der
Eingeschlossenen, und die dunkelsten Charaktereigenschaften treten
zutage. Einzig Ex-Junkie Eva (Lauren German) bewahrt sich einen Rest
Menschlichkeit und versucht zu verhindern, dass die Ereignisse im
abgeschotteten Keller vollends außer Kontrolle geraten…
Gens bietet den Zuschauern in seinem ungemütlichen Keller keine Kerzen
an, um ihnen die zunehmende Dunkelheit erträglicher zu machen.
Möglicherweise sind die anfänglichen Raketeneinschläge sogar noch
die angenehmere Alternative gegenüber der hässlichen
Entmenschlichung, welcher man später beiwohnt.“
Bastian Glodd auf mannbeisstfilm.de
Die auf dieser Netzpräsenz veröffentlichten Filmbesprechungen haben rein
filmjournalistische Bedeutung. Das verwendete Bildmaterial dient nicht zu Werbezwecken,
sondern ausschließlich zur filmhistorischen Dokumentation.